EN

Rolf Behm is an artis­tic per­so­na­li­ty who­se works have con­ti­nu­al­ly been exhi­bi­ted in the Ger­man con­tem­pora­ry art sce­ne as well as inter­na­tio­nal­ly sin­ce the late 1970’s. In par­ti­cu­lar the Ber­lin gal­le­ry owner Rudolf Sprin­ger has pre­sen­ted Behm’s works — his drawings, sculp­tures and pain­tings — over a peri­od of ten years star­ting in 1984. The artist has deve­lo­ped a seri­al work method to explo­it his various the­mes sin­ce the begin­ning of his care­er. He starts with small sketch­books and goes from his initi­al work on paper on to pain­tings in small, medi­um and lar­ge for­mats.

The Chi­me­ras Behm deve­lo­ped bet­ween 2011 and 2014 are dedi­ca­ted to the anci­ent mythi­cal crea­tu­re that is com­po­sed of three incom­pa­ti­ble ani­mals (a goat, a lion and a sna­ke). It is a sym­bol of simu­la­crum, nebu­lous­ness and the ter­ri­fy­ing. In his crea­ti­on — the ima­gi­ned Schi­mä­r­en­land (Coun­try of Chi­me­ras) — many of the­se rare crea­tures con­gre­ga­te as a Chi­mä­r­en­geo­me­trie (Geo­me­try of Chi­me­ras), as Schim­gas (gar­den chi­me­ras) or as Mona Lisa Chi­me­ra. Behm unveils a grace­ful beau­ty in them and faces their ins­idious­ness with poe­try and humor. He tack­les the­se mixed crea­tures with his mixing tech­ni­que by mate­ria­li­zing the unfa­mi­lia­ri­ty of the unf­a­thom­able yet gras­pa­ble appearan­ce and incor­po­ra­ting them into the work pro­cess its­elf. Incom­pa­ti­ble ele­ments are put in rela­ti­on with each other through the use of spon­ge, pig­ments, acry­lic, oil, thi­c­ke­ners and sol­vents on a trans­pa­rent back­ground. The app­li­ca­ti­on of emul­si­on paints on top of oil and vice ver­sa chan­ges the spa­ti­al levels in the pain­ting – the fore­ground rece­des and the back­ground emer­ges as a rough sur­face. Behm uses a bright ran­ge of colors capa­ble of trans­por­ting light and pla­ces color signals with the inten­ti­on of pas­sing them on to the view­er. He crea­tes con­trasts with unre­la­ted colors like green and pink. He has banis­hed black ent­i­re­ly. If dark colors do appe­ar, then only as shades of brown, green, a bluish green, blue.

This is exem­pli­fied in his latest seri­es Painter’s Lug­ga­ge, in which the shape of the suit­ca­se defi­nes the can­vas. Initi­al­ly the tit­le crea­tes an asso­cia­ti­on with the roman­tic image of a pain­ter, who moves out into the world to explo­re it. Rolf Behm, hims­elf a trans­at­lan­tic tra­ve­ler, explo­res this the­me with a fresh eye, uti­li­zing as a new medi­um the abs­trac­ting view of a metal detec­tor in the air­ports of the world that X‑rays the on-board lug­ga­ge. On the screens appe­ar ever­y­day things like bot­t­les, flasks and hazar­dous mate­ri­als as geo­metri­cal and line­ar scans in inten­si­ve colors. The­se objects are some­ti­mes soft­ly out­lined and exor­bi­tant­ly trans­pa­rent, some­ti­mes shar­ply cut out and clear­ly deli­ne­a­ted. This com­ple­xi­ty and ambi­gui­ty accom­mo­da­tes Behm as a pain­ter. He responds to it artis­ti­cal­ly and incor­po­ra­tes all tho­se emo­ti­ons, expe­ri­en­ces and thoughts in his Painter’s Lug­ga­ge that cha­rac­te­ri­ze his body of pain­tings with regard to struc­tu­re, colors and shapes. Behm rein­for­ces the radi­an­ce of his visu­al ele­ments by inclu­ding exter­nal ele­ments in his com­po­si­ti­on. In the “Papier col­lé” tra­di­ti­on he adds color­ful pie­ces of paper, app­li­ca­ti­ons like pho­tos, labels and pack­a­ging mate­ri­als to crea­te a con­trast bet­ween smooth and rough sur­faces. Just like he does in his Chi­me­ras, Rolf Behm estab­lis­hes a pic­to­ri­al abs­trac­tion that main­tains its rela­ti­ons­hip to the mate­ri­al world, crea­ting some­thing new.

 

DE

Rolf Behm ist eine Künst­ler­per­sön­lich­keit, die seit den spä­ten 70er Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich in der zeit­ge­nös­si­schen Kunst­sze­ne Deutsch­lands ver­tre­ten ist und inter­na­tio­nal immer wie­der gezeigt wird. Ins­be­son­de­re der Ber­li­ner Gale­rist Rudolf Sprin­ger prä­sen­tier­te ab 1984 über zehn Jah­re hin­weg Behms Wer­ke — Zeich­nun­gen, Skulp­tu­ren und Gemäl­de. Schon früh­zei­tig ent­wi­ckel­te der Künst­ler eine seri­el­le Arbeits­wei­se, um sei­ne jewei­li­gen Motiv­the­men zu erschlie­ßen. Er beginnt jeweils mit klei­nen Skiz­zen­bü­chern und geht sys­te­ma­tisch von Papier­ar­bei­ten zur Male­rei in klei­ne, mitt­le­re und gro­ße For­ma­te über.

Mit den zwi­schen 2011 und 2014 ent­stan­de­nen Chi­mä­ren wid­met Behm sich jenem anti­ken Fabel­we­sen, das zusam­men­ge­setzt aus drei unver­ein­ba­ren Tie­ren (Zie­ge, Löwe, Schlan­ge) ein Sym­bol des Trug­bil­des, Nebu­lö­sen und Schreck­li­chen ist. In dem von ihm geschaf­fe­nen ima­gi­nier­ten Schi­mä­r­en­land ver­sam­meln sich gleich meh­re­re die­ser sel­te­nen Exem­pla­re als Chi­mä­r­en­geo­me­trie, als Schim­gas (Gar­ten­chi­mä­ren) oder als ‚Mona-Lisa-Schi­mä­re‘. Behm ent­deckt in ihnen eine anmu­ti­ge Schön­heit und begeg­net ihrer Heim­tü­cke mit Poe­sie und Humor. Den Misch­we­sen rückt er mit sei­ner Misch­tech­nik zulei­be, indem er die Fremd­heit der unfass­bar-fass­ba­ren Erschei­nung mate­ria­li­siert und in den Arbeits­pro­zess selbst auf­nimmt: nicht zu Ver­ein­ba­ren­des wird mit Pin­sel und Schwamm, Pig­men­ten, Acryl, Öl, Bin­de- und Löse­mit­teln auf einem trans­pa­ren­ten Hin­ter­grund in Bezie­hung gesetzt. Das Auf­tra­gen von Disper­si­ons­far­ben über dem Öl und umge­kehrt ver­än­dert im Bild die räum­li­chen Ebe­nen: Vor­de­res tritt in den Hin­ter­grund und der Grund als raue Flä­che her­vor. Behm malt mit auf­ge­hell­ter Palet­te, mit Far­ben, die das Licht trans­por­tie­ren und setzt Farb­si­gna­le, die er an den Betrach­ter wei­ter­gibt. Mit Far­ben, die sonst so nicht zuein­an­der­ste­hen (wie Grün und Rosa), schafft er Gegen­sät­ze. Das Schwarz hat er ver­bannt. Wenn Dunk­les auf­taucht, dann als ein dunk­les Braun, Grün, Blau-Grün, Blau.

Dies ver­an­schau­licht auch sei­ne neu­es­te Serie Maler­ge­päck, bei der die Form des Kof­fers die Lein­wand bestimmt. Der Titel asso­zi­iert zunächst das roman­ti­sche Bild des Künst­lers, der in die Welt hin­aus­zieht. Rolf Behm, selbst trans­at­lan­ti­scher Rei­sen­der, ver­bin­det die­ses Motiv mit dem abs­tra­hie­ren­den Blick der Detek­tor-Maschi­nen, die das Bord­ge­päck auf den Flug­hä­fen der Welt mit Rönt­gen­strah­len prü­fen (X‑Ray-Scree­ning) als ein neu­es Medi­um. Auf den Bild­schir­men erschei­nen die Din­ge des täg­li­chen Gebrauchs, Fla­schen, Fla­kons oder Gefah­ren­gut als geo­me­tri­sche, linea­re und inten­siv far­bi­ge Scans: mal weich und trans­pa­rent über­höht, dann als kla­re und har­te aus­ge­schnit­te­ne Form. Die­se Viel­schich­tig­keit und Mehr­deu­tig­keit kommt Behms Male­rei ent­ge­gen. Er greift sie künst­le­risch auf und ver­ar­bei­tet in sei­nem Maler­ge­päck all jene Emp­fin­dun­gen, Erfah­run­gen und Gedan­ken, die sei­ne Bild­pro­duk­ti­on im Umgang mit Struk­tu­ren, Far­ben und For­men prä­gen. Das Chan­gie­ren der Bild­ele­men­te ver­stärkt Behm noch, indem er frem­de Mate­ria­li­en in die Kom­po­si­ti­on ein­fügt: far­bi­ge Papier­stü­cke in der Tra­di­ti­on des „Papier col­lé“, Appli­ka­tio­nen wie Fotos, Eti­ket­ten, Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al als Ent­ge­gen­set­zung von glat­ten zu rau­en Flä­chen. Wie bei den Chi­mä­ren schafft Rolf Behm eine male­ri­sche Abs­trak­ti­on, die ihren Bezug zum Gegen­ständ­li­chen bewahrt und stei­gert so das Erle­ben von Kunst.