EN

In addi­ti­on to her pain­ting, the Ber­lin artist Muri­el Most, a mas­ter stu­dent of Prof. Robert Lucan­der, devo­tes herself to working on mono­ty­pes, a pro­cess in which pres­su­re, pain­ting and drawing over­lap in rapid chro­no­lo­gi­cal order, of which at the end the­re is a uni­que spe­ci­men with often sur­pri­sing results.

In her series Wea­ther Report I and II from 2018 Muri­el Most deals in an ori­gi­nal way with wea­ther events, which are beco­m­ing an important and life-chan­ging topic due to the unde­nia­ble cli­ma­te chan­ge. Most com­bi­nes signs that she takes from the lan­guage of meteo­ro­lo­gy and wea­ther­men: cir­cles, tri­an­gles or angles that sym­bo­li­ze and sim­pli­fy fog and pre­ci­pi­ta­ti­on, winds, gusts, hail and snow.

As a meteo­ro­lo­gist in art, she trans­form the­se sym­bols into her own expe­ri­men­tal visu­al lan­guage. What is pur­po­se-bound on the wea­ther board beco­mes com­po­si­ti­ons of the “wea­ther abs­tract”. Muri­el Most opens up new pic­to­ri­al spaces: cir­cles, a lar­ge sphe­re that repeated­ly emer­ges, and other figu­res beco­me aes­thetic snapshots in the pic­to­ri­al space (Grau­pel, Ber­li­ner Win­ter, Böen­kra­gen, Pink in the Morning). On fur­t­her mono­ty­pes pyra­mids, cylin­ders, rods are added: sta­tic, floa­ting, also dyna­mic ele­ments. Per­spec­tive shifts crea­te moving spaces, with inten­se colours and tints (Rot im roten Kreis). Muri­el Most’s com­po­si­ti­ons con­tain con­struc­tivist and sur­rea­listic ele­ments. Tat­lin, Male­vich, Per Kir­ke­by are sources of inspi­ra­ti­on. But also Lau­tréa­monts well-known sen­tence about the bizar­re beau­ty of “the encoun­ter of an umbrel­la and a sewing machi­ne on the dis­sec­ting table”.

DE

Die Ber­li­ner Künst­le­rin Muri­el Most, absol­vier­te Meis­ter­schü­le­rin von Robert Lucan­der, wid­met sich neben der Male­rei der Arbeit an Mono­ty­pi­en, einem Ver­fah­ren, in dem sich Druck, Male­rei, Zeich­nung in schnel­ler zeit­li­cher Fol­ge über­la­gern und an des­sen Ende ein Uni­kat mit oft über­ra­schen­dem Ergeb­nis steht.

In ihren Seri­en Wet­ter­be­richt I und II von 2018 befasst sich Muri­el Most auf ori­gi­nel­le Wei­se mit dem Wet­ter­ge­sche­hen, das durch den unbe­streit­ba­ren Kli­ma­wan­del zu einem gewich­ti­gen und lebens­ver­än­dern­dem The­ma wird. Most kom­bi­niert Zei­chen, die sie der Spra­che der Meteo­ro­lo­gie und Wet­ter­frö­sche ent­nimmt: Krei­se, Drei­ecke oder Win­kel, die Nebel und Nie­der­schlä­ge, Win­de, Böen, Hagel und Schnee sym­bol­haft und ver­ein­facht anzei­gen.

Als Mete­ro­lo­gin in der Kunst über­führt sie die­se in eine eige­ne expe­ri­men­tier­freu­di­ge Bild­spra­che. Was auf der Wet­ter­ta­fel zweck­ge­bun­den ist, wird bei ihr zu abs­trak­ten Kom­po­si­tio­nen des “Wet­ters abs­trakt”.
Muri­el Most eröff­net neue Bild­räu­me: Krei­se, eine immer wie­der her­vor­tre­ten­de gro­ße Kugel und ande­re Figu­ren wer­den zu ästhe­ti­schen Moment­auf­nah­men im Bild­raum (Grau­pel, Ber­li­ner Win­ter, Böen­kra­gen, Pink in the Morning). Auf wei­te­ren Mono­ty­pi­en tre­ten Pyra­mi­den, Zylin­der, Stä­be hin­zu: sta­ti­sche, flot­tie­ren­de, auch dyna­mi­sche Ele­men­te. Durch per­spek­ti­vi­sche Ver­la­ge­run­gen ent­ste­hen beweg­li­che Räu­me, mit inten­si­ven Far­ben und Tönun­gen: Gelb im gel­ben Kreis, Rot im roten Kreis (2018). In die­sen Kom­po­si­tio­nen Muri­el Mosts steckt Kon­struk­ti­vis­ti­sches und Sur­rea­lis­ti­sches: Tat­lin, Male­witsch, Per Kir­ke­by sind Quel­len der Inspi­ra­ti­on. Viel­leicht aber auch Lau­tréa­monts bekann­ter Satz von der skur­ri­len Schön­heit “der Begeg­nung eines Regen­schirms und einer Näh­ma­schi­ne auf dem Sezier­tisch”.

Top