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As a visu­al artist Car­los Sil­va aims to reach an own visu­al lan­guage. While initi­al­ly defi­ning hori­zon­tal and ver­ti­cal lines, lines, and struc­tures, Sil­va increa­singly dis­co­ve­r­ed the phe­no­me­no­lo­gy of round­ness and cur­ves, as in the 2017/18 Colour­tec­tu­re series. So that the music moved increa­singly into his work, spe­ci­fi­cal­ly the poly­pho­ny. With momen­tum, dyna­mics and pre­ci­si­on, Sil­va brings his own music into pain­ting. Pho­ne­tic, rhyth­mic, con­trap­un­tal ele­ments. Red, blue, yel­low and green oscil­la­te in many voices, beco­m­ing tones in a ful­fil­led pic­to­ri­al space, unfol­ding, super­im­po­sing and respon­ding in innu­me­ra­ble reso­nan­ces (Poly­pho­nic 1).
Sym­pho­ny in Blue works in lar­ge, irre­gu­lar cir­cles that at the same time trans­fer and mul­ti­ply the artist’s own ges­tu­ral radi­us to the can­vas. In the series Tur­ning Point 4 and 5 Sil­va crea­tes micro­cosm and macro­cos­mic spaces through colo­red fiel­ds with expres­si­ve small cir­cles in blues and reds inter­sper­sed with ver­ti­cal and dia­go­nal lines. Self­por­trait and En face con­sist of two appar­ent­ly sepa­ra­te image pla­nes: The lower one shows the sca­le of the colors, which Sil­va then into­nes in the upper part in a cur­ves.
Sil­va crea­tes three-dimen­sio­nal micro­cos­mic and macro­cos­mic rooms. He draws on tech­ni­ques of brushwork from the old mas­ter cal­li­gra­phy, working from the wrist. Ges­tu­re fol­lows ges­tu­re up in this pro­cess, the simul­tan­ei­ty of the suc­ces­si­ve over­all appearan­ce con­nects to a visu­al unit.

Cos­mos
(2017). Sphe­res, cir­cles, rota­ting ele­ments over­lay or con­nect, per­pe­tua­ting into the infi­ni­te and the immen­si­ty of the space. Here Sil­va comes to bizar­re gra­phic results with  mono­chro­ma­tic oscil­la­ti­ons in cyan and a rich indi­go (tri­lo­gy in blue), crea­ting cylind­ri­cal struc­tures in metal­lic colors that yield a series of lucid and dia­pha­nous com­po­si­ti­ons.

Also in the small and medi­um for­mats of Mazy Drawing and Mazy Moti­on (2016/17) Sil­va takes up musi­cal and poe­tic motifs (From Xana­du). At first they seem like laby­rin­t­hi­ne aberra­ti­ons, yet they fol­low their own princi­ples of order. Here, Sil­va plays with color bet­ween satu­ra­ti­on and depri­va­ti­on, illus­tra­ting the supe­rio­ri­ty and subt­le­ty that only a sen­si­ti­ve hand can give to a near­ly dry brush.

For Car­los Sil­va, pic­to­ri­al is never merely embellish­ment or deco­ra­ti­on, but rather a pho­ne­tic image­ry that arran­ges and com­mu­ni­ca­tes thoughts and fee­lings. Becau­se his pic­tures are not one-to-one but ambi­guous, true­ly collec­tive. Poly­pho­ny ins­te­ad of mono­to­ny.

DE

Als Bild­künst­ler ver­folgt Car­los Sil­va das Ziel, zu einer eige­nen Bild­spra­che zu gelan­gen. Bestimm­ten zunächst hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Gera­den, Lini­en und Struk­tu­ren sei­ne Kom­po­si­tio­nen, so ent­deck­te Sil­va zuneh­mend die Phä­no­me­no­lo­gie des Run­den und der Kur­ven, wie in der Serie Colour­tec­tu­re von 2017/18. Damit zog die Musik ver­stärkt in sei­ne Arbei­ten ein, genau­er gesagt die Poly­pho­nie. Mit Schwung, Dyna­mik und Prä­zi­si­on bringt Sil­va die ihm eige­ne Musik in die Male­rei. Pho­ne­ti­sches, Rhyth­mi­sches, ja Kon­tra­punk­ti­sches. Viel­stim­mig oszil­lie­ren Rot, Blau, Gelb und Grün, wer­den zu Klang­far­ben in einem erfüll­ten Bild­raum, ent­fal­ten, über­la­gern und ant­wor­ten sich in unzäh­li­gen Reso­nan­zen (Poly­pho­nic 1)Cir­cle zeigt einen gro­ßen unre­gel­mä­ßi­gen Kreis, der zugleich den eige­nen ges­ti­schen Radi­us des Künst­lers auf die Lein­wand über­trägt und ver­viel­fäl­tigt. In Colour­tec­tu­re 3 bis 5 erschafft Sil­va mikro- und makro­kos­mi­sche Räu­me durch far­bi­ge Fel­der mit aus­druck­star­ken klei­nen Krei­sen in Blau- und Rot­tö­nen, durch­setzt mit ver­ti­ka­len und dia­go­na­len Lini­en. Self­por­trait und en face bestehen aus zwei schein­bar getrenn­ten Bild­ebe­nen: Die unte­re zeigt jeweils die Ska­la
der Far­ben, die Sil­va dann im obe­ren Teil kur­ven­reich into­niert.
In allen Fäl­len — und nicht nur hier — greift er auf Tech­ni­ken der Pin­sel­füh­rung aus der alt­meis­ter­li­chen Kal­li­gra­phie zurück, z.B. Dre­hun­gen des mehr oder weni­ger brei­ten Pin­sels aus dem Hand­ge­lenk. Bewe­gung folgt hier auf Bewe­gung, Ges­te auf Ges­te. Bis in die­sem Pro­zess die Simul­tanei­tät der suk­zes­si­ven Gesamt­er­schei­nung sich zu einer bild­ne­ri­schen Ein­heit
ver­bin­det.

Drei­di­men­sio­na­le raum­zeit­li­che Pin­sel­be­we­gun­gen fin­den sich auch in der Serie Cos­mos (2017). Kugeln, Krei­se, rotie­ren­de Ele­men­te über­la­gern oder ver­bin­den sich, per­p­etu­ie­ren in die Unend­lich­keit und die Uner­mess­lich­keit des Raums. Hier gelangt Sil­va zu bizarr gra­phi­schen Ergeb­nis­sen mit mono­chro­ma­ti­schen Schwin­gun­gen in Cyan und einem sat­ten Indi­go (Tri­lo­gie in Blau), schafft zylin­dri­sche Gebil­de in metal­li­schen Far­ben, die eine Rei­he luzi­der und dia­pha­ner Kom­po­si­tio­nen erge­ben.

Auch in den klei­nen und mitt­le­ren For­ma­ten von Mazy Drawing und Mazy Moti­on (2016/17) greift Sil­va musi­ka­li­sche und poe­ti­sche Moti­ve auf (From Xana­du). Schei­nen sie zunächst wie laby­rin­thi­sche Irr­we­ge, fol­gen sie gleich­wohl eige­nen Ord­nungs­prin­zi­pi­en. Hier spielt Sil­va mit Farb­auf­trä­gen zwi­schen Sät­ti­gung und Ent­beh­rung und ver­an­schau­licht die Über­le­gen­heit und Fein­heit, die eine sen­si­ble Hand einem fast tro­cke­nen Pin­sel zu geben ver­mag.

Nie ist bei Car­los Sil­va Bild­haf­tes blo­ße Aus­schmü­ckung oder Deko­ra­ti­on, son­dern selbst pho­ne­ti­sche Bil­der­spra­che, die Gedan­ken und Gefüh­le ord­net, mit­teilt und auf­le­ben lässt, gera­de weil sei­ne Bil­der nicht ein- son­dern viel­deu­tig erleb­bar sind. Poly­pho­nie statt Mono­to­nie.

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